Tag Archiv für Soziologie

Zur Geschichte der Soziologie

Als Hinweis, zur Historisierung Helmut Schelskys: http://library.fes.de/pdf-files/afs/81608.pdf

Historiker und Theorie

Es gibt noch einen Unterschied zwischen Soziologen und Historikern, jedenfalls bei denen, die sich in einem Interesse für Theorie treffen. Erstere denken von der Theorie her, Letztere von der Empirie. Meine Stichprobe, gebe ich zu, ist klein. Auf der einen Seite ein Oldenburger (Sport-)Soziologe und dessen intellektuelles Netzwerk, auf der anderen Seite ich und meines. Wir beide diskutieren gut miteinander. Er praktiziert ein permanentes „re-reading“ von Theorien, hat Details parat, beobachtet präzise Verschiebungen in der Theoriearbeit einzelner Autoren und präsentiert empirische Befunde in der Sprache dieser Theorien. Wenn es in einer Theorie ein Loch gibt, stopft er es mit Elementen einer anderen; in langen Durchläufen unterschiedlichster Texte werden immer neue Architekturen errichtet, die dann — über die intellektuelle Anregung hinaus — ganz materielle Effekte zeitigen können, etwa ein erfolgreich beantragtes Graduiertenkolleg. Weiterlesen

“Weber 2000″

„Weber 2000“ — prägnanter kann man den Unterschied zwischen Soziologen und Historikern wohl nicht auf den Punkt bringen. Das klingt wie der Name einer Supermarktkette in Schweden, ist aber ein bibliographischer Nachweis. Historiker bringen es kaum fertig, ihn in die Tastatur zu tippen. Max Weber lebte von 1864 bis 1920, seine Texte entstammen einer vergangenen Epoche. Ohne ein „(urspr. 1904)“ in der Fußnote oder einer Annotation im Text kommen Historiker deshalb nicht aus. Soziologen dagegen verleihen ihren Theoretikern oft eine Art überzeitlicher Gültigkeit, als habe Weber mit seinen Thesen zum Protestantismus oder zur Bürokratie ein theoretisches Modell geliefert, mit dessen Hilfe man immer gültige Formen gesellschaftlicher Ordnung beschreiben kann. Dabei entstammt jede soziologische Beschreibung oder Theorie erst einmal den Erfahrungen einer spezifischen Zeit. Alle Geschichtsschreibung übrigens auch, von daher gibt es vielleicht tatsächlich nur Gegenwart, zu der sich jedes System seine Vergangenheit und Zukunft hinzurechnet. Weiterlesen

Historiker und Soziologen

Ich bin gebeten worden, als Historiker für die kommenden zwei Monate den Soziologen-Blog zu bestreiten. Das ist einerseits eine reizvolle Aufgabe, andererseits fällt mir der Einstieg nicht ganz leicht. Das liegt daran, dass ich das Verhältnis zwischen Soziologie und Geschichtswissenschaft nur sehr verzerrt wahrzunehmen scheine. Obwohl ich selbst nie Soziologie studiert habe, bin ich von Beginn an durch Wissenschaftler geprägt worden, für die eine Rezeption soziologischer Theorien selbstverständlich war. Das fing mit der „Bielefelder Schule“ der „Historischen Sozialwissenschaft“ an, mit ihrem Säulenheiligen Max Weber, und setzte sich mit Pierre Bourdieu, Michel Foucault, Niklas Luhmann oder der Wissenschaftssoziologie in zahlreichen Seminaren in Geschichte, Volkskunde oder Philosophie fort. Und seit der Mitte des letzten Jahrzehnts bin ich an der Ausgestaltung eines Graduierten-Kollegs zu „Praktiken der Selbst-Bildung“ beteiligt, seitdem rauscht die Praxistheorie auf mich hernieder. Deshalb ist es kein Wunder, dass mir spätestens seit der Jahrtausendwende die produktive Aneignung soziologischer Theoreme in der Geschichtswissenschaft geradezu selbstverständlich geworden zu sein scheint. Ja, mittlerweile beginnen Historiker sogar über die Reichweite soziologischer Befunde und Generalisierungen zu reflektieren. Und auf der anderen Seite stoße ich immer wieder auf Soziologen, die mit spielerischer Leichtigkeit mit Historikern kooperieren.

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Der 37. DGS-Kongress in Trier. Der 1. Tag

„Keep calm and carry on.“ Unter dieses Motto stellte Dr. Nicole Zillien, stellvertretende Sprecherin des Kongresses, ihre einführenden Worte bei der heutigen Auftaktveranstaltung des 37. DGS-Kongresses in der Europahalle Trier. Der Slogan, der ursprünglich die Moral der britischen Bevölkerung im zweiten Weltkrieg stärken sollte und sich seit etwa 15 Jahren als Motto in unterschiedlichen Kontexten zunehmender Beliebtheit erfreut, steht sinnbildlich für das Verhältnis von Krisen und Routinen – dem Leitmotiv des diesjährigen Soziologie-Kongresses. Die Renaissance dieses Slogans in den letzten Jahren verweist uns auf den routinierten Umgang mit krisenhaften Situationen in (post-)modernen Gesellschaften: Ruhe bewahren und fortfahren – auch in Krisenzeiten.

Neben Frau Zillien sprachen an diesem Abend selbstverständlich noch andere Repräsentanten der Universität Trier, der DGS sowie der Stadt Trier und des Landes Rheinland-Pfalz. So stellte Doris Ahnen, die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur den Bezug zu aktuellen weltpolitischen Krisen (IS, Ukraine, Schuldenkrise) her und sendete eine Grußnote an das Gastland Polen unter Würdigung des deutsch-polnischen Verhältnisses. Klaus Jensen, Oberbürgermeister der Stadt Trier, ging aus kommunalpolitischer Perspektive auf das Thema Krisen ein. So stellte er beispielsweise die Frage, ob die niedrige Wahlbeteiligung (32,7%) zur Wahl seiner Nachfolge im Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Trier am vorletzten Sonntag, als Krise der Demokratie gedeutet werden kann. Prof. Dr. Michael Jäckel, der Präsident der Universität Trier, stellte in seiner Rede die Vorzüge und Besonderheiten des Campus heraus und würdigte die Universität als Impulsgeber für die ganze Region. Nach weiteren Grußworten des Sprechers des Kongresses, Prof. Dr. Martin Endreß, und des Vorsitzenden der DGS, Prof. Dr. Stephan Lessenich, fand der Hauptprogrammpunkt des heutigen Abends statt – ein Vortrag der Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance, Prof. Dr. Gesine Schwan. Leider konnte ich die Reden von Herrn Endreß, Herrn Lessenich und Frau Schwan nicht verfolgen, denn die Pflicht rief.

Ich hatte meine erste Schicht als HiWine und war eingeteilt, die Besucher_innen zu empfangen und bei Fragen mit Rat und Tat als „Krisenroutinier“ (an dieser T-Shirt-Aufschrift erkennt man die studentischen Helfer_innen des Kongresses) zur Seite zu stehen. Hierbei konnte ich einige Eindrücke von der Atmosphäre gewinnen, die einen vielversprechenden Ausblick auf die kommenden Tage erlauben. Es herrschte eine fast schon familiäre Stimmung, viele Teilnehmer_innen kannten einander, begrüßten sich herzlich und unterhielten sich angeregt. Auch als Helferin war es sehr angenehm, auf die Gäste des Kongresses zu treffen, da sie immer auch ein Lächeln für uns Hilfskräfte übrig hatten und uns offen und freundlich begegneten. So verspricht der erste Kongressabend einen positiven Verlauf der kommenden Tage, auch außerhalb der Vortragssäle.

Während die heutige Veranstaltung außerhalb des Campus stattfand, liefen auch in den Räumlichkeiten der Universität heute die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Räume wurden beschildert, Verlage bauten ihre Stände auf und noch einige Plakate wurden platziert. Für alle, die zwischen den Veranstaltungen eine Auszeit brauchen: im C-Gebäude, Raum C22, wurde zudem eine Lounge eingerichtet, in der man sich mit anderen Besucher_innen im lockeren Rahmen austauschen kann.

Freuen wir uns also auf ein paar spannende Tage und einen ergebnisreichen Austausch. Abschließend bleibt zu hoffen, dass Ministerin Ahnens Zusicherung, die Ergebnisse des Kongresses würden auch in der Politik verfolgt, zutreffen mag, sodass die Inhalte über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus auch im politischen Diskurs Beachtung finden werden. Denn die Sozialwissenschaften betreiben ihr Geschäft nicht nur selbstreferenziell, sondern finden ihren Sinn eben auch darin, der Gesellschaft mit ihren Erkenntnissen neuen Input zu geben. Und wenn alles nichts hilft: „Keep calm and carry on.“

Soziologischer Monatsrückblick Juli 2013

von Betty Zepernick

Im Juli hatten wir die Ehre, den Sozblog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in der Sommerpause mit einigen Beiträgen zu gestalten. Ebenso wie unser derzeitiger Call4Papers drehten sie sich um das Thema „Krisen und Umbrüche“ und handelten von den verschiedensten Aspekten des Wandels. Vornehmlich ging es um gesellschaftliche Veränderungen durch zunehmende Medialisierung und technologischen Wandel, aber auch die Ungleichheit in urbanen Räumen und Probleme des Wandels in Ostdeutschland wurden thematisiert.

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Gesundheitsagenten und Selbstoptimierer: Gesundheit als Konsumgut in der marktorientierten Selbstführung

von Betty Zepernick

Mit diesem Blogbeitrag soll auf eine weitere Facette des Sozialen Wandels eingegangen werden. Neben vielen verschiedenen Phänomenen wie dem technologischem Fortschritt oder der demographischen Entwicklung hin zu einer stetig alternden Gesellschaft lässt sich hier auch die zunehmende Individualisierung beobachten. Das bedeutet, dass sich viele verschiedene Aspekte des Lebens immer mehr der staatlichen Fürsorge aber auch der gesellschaftlichen Verantwortung und Solidarität entziehen. Oft fällt in diesem Zusammenhang das Schlagwort vom »Abbau des Sozialstaats«, worunter z.B. sinkende Ausgaben für Bildung oder verringerte Versicherungsleistungen gezählt werden.

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Vom Buchdruck zum Social Web: Medien zwischen Subversion und Reproduktion

Von Benjamin Köhler

Medienentwicklung (als technischer Wandel) und Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen (als kultureller Wandel) bedingen sich immer wechselseitig (vgl. Ogburn 1957, Gillwald 2000), wobei neue soziale Praktiken und Techniken einen langen Weg des Aushandelns und Ausprobierens gehen (vgl. Jäckel 2005; Rammert 2007). Techniken und Medien werden dabei von Menschen entworfen, routinisiert und langfristig so in die alltäglichen Praktiken verinnerlicht, dass sie zum festen Teil des Menschseins werden und einerseits Umbrüche provozieren, andererseits, etablierte Praktiken und Institutionen aufrechterhalten können. Die Pioniergeneration hat immer zu Beginn der Nutzung neuer Medien die Chance, vorübergehende Gegenöffentlichkeiten zu schaffen und gegenwärtige Herrschaftsstrukturen zu irritieren oder sogar fundamental in Frage zu stellen (vgl. Wimmer 2008; Winter 2010). In meinem zweiten Beitrag möchte ich mich eher mediensoziologisch mit dem Wandel von Medien im Spannungsfeld zwischen Subversion und Reproduktion beschäftigen und dabei den Buchdruck, das Fernsehen und das Social Web in den Vordergrund rücken.

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Ostdeutschland: Blockierter Umbruch?

Von Benjamin Köhler

Nach unseren ersten Beiträgen zu Kriminalität und Migration werde ich im Folgenden ein eher regionalsoziologisches Thema in den Vordergrund rücken, das sich mit den Umbrüchen in Ostdeutschland beschäftigt. Dazu möchte ich einführend auf die Filme Nicht mehr – noch nicht und Neuland-denken der Filmemacher Daniel Kunle und Holger Lauinger hinweisen, die auf eine filmische Reise durch Ostdeutschland gehen, sich mit dem demographischen Wandel und Schrumpfungsprozessen ebenso wie mit der wirtschaftlichen Krise auseinandersetzen. Gleichzeitig hebt der Film aber die Chancen und Möglichkeiten im Umbruch hervor, in denen neue Lösungsansätze und alternative Pfade versucht werden. Wie ich im Folgenden zeigen möchte, sind Blockaden im Umbruch hier nicht nur in den vermeintlich ostdeutschen Prägungen und der ehemaligen DDR, sondern vor allem in den Umbrüchen und dem Institutionen- und Elitentransfers aus Westdeutschland selbst zu suchen. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf aktuelle Diskurse im Rahmen der Ostdeutschlandforschung beziehen. Eine Diskussion soziologischer Ansätze zu Innovation und Wandel soll dabei nicht im Vordergrund stehen. Zuletzt möchte ich ein paar Gedanken zur sozialwissenschaftlichen Reflexion zum ostdeutschen Wandel verlieren bevor ich einige Fragen in den Raum stelle.

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Die Ausgrenzung Jugendlicher maghrebinischer Herkunft im urbanen Raum Frankreichs

Von Nadja Boufeljah

Die Entstehung sozialer Ungleichheit durch die Urbanisierung ist exemplarisch beobachtbar, wenn die Geographie und Sozialstruktur der Großstädte Frankreichs im 21. Jahrhundert betrachtet wird. Seit den Jugendrevolten in den Großstädten Frankreichs im November 2005 rückt deshalb auch die soziale Benachteiligung der Jugendlichen, die in den französischen Vorstädten leben, in den Vordergrund sozialwissenschaftlicher Diskurse. Aufgrund der fehlenden Anerkennung durch die gesellschaftlichen Institutionen und der eingeschränkten Teilhabe an der französischen Gesellschaft kann dies zu einer krisenhaften biographischen Linie der Jugendlichen führen, die in den Vorstädten Frankreichs aufwachsen. Auf der sozialen Ebene ist erkennbar, dass die prekären Lebens- und Wohnverhältnisse sowie die eingeschränkte Chancengleichheit im Bildungssystem zu unzureichenden Moratorien der Kindheit und Jugend führen. Neben sozialen Einschränkungen ist es auch der binationale Kontext der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, welcher zu einer konflikthaften Auseinandersetzung mit der kulturellen Identität führen kann, wenn die Aufnahmegesellschaft die Integration verwehrt. Daraus resultierend ist erkennbar, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund, neben der Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen, eine solche auch aufgrund ihrer sozialen Herkunft erfahren.

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Über die Suggestion steigender Delinquenz im Zeitalter der Medialisierung

Von Sarah Kaschuba

Soziale Umbrüche und Gesellschaften im Wandel – dieses Thema wirft sicher für viele Menschen, zumindest aber für Soziologieinteressierte, eine Menge Fragen auf. Auf einige dieser werden wir in unserer Blogreihe eingehen. Einen Aspekt stellt der Prozess der zunehmenden Medialisierung dar. Welche Auswirkungen haben die modernen Kommunikationsmittel auf die Wahrnehmung und Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft? In diesem Artikel soll es darum gehen, wie in Zeiten von ständigem Informationsfluss über Internet, Fernsehen und Radio die Entwicklung der Kriminalität dargestellt wird – und welchen Einfluss das auf die Rezipient_innen hat.

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soziologiemagazin goes SozBlog zum Thema „Umbrüche und sozialer Wandel“

Von Sarah Kaschuba, Benjamin Köhler und René Wolfsteller

Für den Monat Juli haben wir als Redaktion des soziologiemagazin e.V. die Ehre und das Vergnügen, den SozBlog der DGS (Deutschen Gesellschaft für Soziologie) mit Inhalten zu füllen. Wir möchten diese einmalige Gelegenheit dazu nutzen, verschiedene Schlaglichter auf den Themenkomplex „Umbrüche und sozialer Wandel“ zu werfen. Unabhängig vom Thema mag sich manch_e SozBlog-Leser_in jedoch wundern, was wir als ein mehrheitlich studentisches Redaktionsteam nun hier tun, was genau wir zum fachlichen Diskurs beizutragen haben, da wir bisher weder formell ausgezeichnete, noch durch weitläufige Zitation anerkannte Soziolog_innen sind. Aber vielleicht deutet dieser Umstand bereits auf eine besondere, dem Medium Blog eingeschriebene Praxisweise hin, nämlich: einen offenen und öffentlichen Austausch über institutionelle Statusgrenzen hinweg zu ermöglichen; das heißt im hiesigen Fall, den soziologisch-fachlichen Austausch unabhängig von der wissenschaftlichen Reputation seiner Sprecher_innen zu befördern. Hinzu kommt: Oftmals sind es die Studierenden, die in ihren Projekt- oder Abschlussarbeiten mit als Erste die etablierten Analysewerkzeuge und Konzepte der Soziologie auf aktuelle Phänomene des sozialen Alltags anwenden, sie entsprechend modifizieren oder verwerfen, und womöglich Verbindungen zwischen Positionen erkennen, die im etablierten Kanon gemeinhin als unvereinbar gelten. Auch ohne den Mythos vom „Humboldtschen Bildungsideal“ zu bemühen, ist also leicht einzusehen, dass es sich lohnen kann, dieses große Kreativitäts- und Innovationspotenzial, das auf Seiten der Studierenden schlummert, zu fördern und in fachliche Diskurse mit einzubeziehen.

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Der Ausschluss ist Alltag

In den folgenden Beiträgen will ich versuchen, eine soziologische Annäherung an das Phänomen des rechtsterroristischen “Nationalsozialistischen Untergrund” zu leisten. Dabei soll es weniger um die Terroristinnen und Terroristen und ihre konkreten Verbrechen gehen als darum, wie die Straftaten medial und politisch thematisiert wurden.

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SozBlog als Mittel für Public Sociology?

Vor zwei Monaten habe ich geschrieben, dass ich zwar finde, dass die Soziologie – im Sinne der „Public Sociology“ – der Öffentlichkeit Deutungsangebote bereitstellen sollte, dass ich aber nicht sicher bin, ob Blogs hierfür die geeignete Form sind und dass ich es (für mich) schlicht ausprobieren muss. Heute – an meinem letzten Tag auf diesem Blog – möchte ich diese Frage noch einmal aufgreifen und mit einer Bitte an die Leser um Feedback verbinden – insbesondere an die Nicht-Soziologen unter Ihnen, an diejenigen, die regelmäßig gelesen haben sowie diejenigen, die sonst nie etwas kommentieren (sozusagen die schweigende Mehrheit).

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Märkte verstehen. Die Wiederaneignung der Wirtschaft als soziologisches Thema

Disziplinäre Arbeitsteilung nach Wallerstein, Immanuel (1999): The Heritage of Sociology, the Promise of Social Science. Presidential Address, XIVth World Congress of Sociology, Montreal, 26 July 1998. In: Current Sociology. Band 47. Heft 1. S. 1-38

Ausgehend von den aktuellen Lebensmittelskandalen, Konzentrationsprozessen auf dem Medienmarkt sowie der Finanzkrise, hatte ich mir vor zwei Monaten das Ziel gesteckt zu versuchen, moderne Konsumgütermärkte und die Risikoproduktion auf diesen Märkten besser verstehen. Hierzu bin ich in den vergangenen Wochen Stück für Stück die einzelnen Glieder der Produktionskette durchgegangen und habe ihre eigene Dynamik sowie Bedeutung für das Ganze diskutiert, wobei ich an dieser Stelle auf eine Darstellung der inneren Systematik der Beiträge verzichten möchte, weil ich dies bereits in meinem Zwischenfazit getan habe.

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