Aktuell

Empörte Welten. Moralschwere Sinnsuche in polarisierten und polarisierenden Zeiten

Deadline: ​​​​​​​31. Dezember 2021

Sammelband in der Reihe Erlebniswelten, Springer VS

Herausgeber:
Michael Ernst-Heidenreich, Paul Eisewicht & Winfried Gebhardt

Deadline für Einreichung von Abstracts (ca. 2 Seiten):
31. Dezember 2021

Deadline für Einreichung der ausgewählten Beiträge (ca.  45.000 Zeichen):
30. Juni 2022

Einreichungen von Abstracts an Michael Ernst-Heidenreich & Paul Eisewicht:
mic-ernst(at)uni-koblenz.de; paul.eisewicht(at)tu-dortmund.de 

Kurzbeschreibung

›Politische Polarisation geht nicht allein mit der Ausprägung unversöhnlicher Ideologien und Wertvorstellungen einher, sondern ankert in situativen sozialen Gebilden. Protest fußt nicht (allein) in Sprüchen auf Plakaten, sondern in den Erlebnisräumen und -zeiten kollektiv praktizierten Protests, der sprichwörtlich mit den Füßen auf den Straßen und Fingern an den Tastaturen in die Welt getragen wird. Die Bedeutung der empörten Welten praktizierten Pro-tests scheint in der Gegenwart an Gewicht zu gewinnen und geradezu zu einer Form der ›Normalpolitik‹ zu avancieren. […] Offensichtlich sind Empörungen nicht nur Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele, sondern selbst Formen praktischer und symbolischer, subjektiver Sinnstiftung. Darin sind die empörten Welten politischer Aktivist*innen den Erlebniswelten juvenilen Spaßhabens von Jugendszenen nicht unähnlich: Empörte Welten sind ständig in Bewegung. […] Als Erlebniswelten dienen sie der unmittelbaren Sinnstiftung, eröffnen aber auch dystopische wie utopische ›Visionen‹. Sie gehen mit deutlichem Sendungsbewusstsein einher, mahnen (mit guten und weniger guten Argumenten) zur Umkehr derer, die anderer Auffassung sind. Ihre empirischen Erscheinungsweisen und Ausdrucksformen sind dementsprechend vielfältig und decken das gesamte politische Spektrum von ›links‹ bis ›rechts‹ ab. […] Die Erkundung empörter Welten öffnet eine weite Klammer, ohne dabei auszublenden, dass es sich hier um sehr unterschiedliche Phänomene handelt, deren Bewertung nicht zuletzt moralische Fragen aufwirft:‹