Kurzportrait

Kurzportrait der Sektion WirtschaftssoziologieKurzportrait der Sektion Wirtschaftssoziologie

Kurzportrait der Sektion Wirtschaftssoziologie

Die Sektion ›Wirtschaftssoziologie‹ der DGS will wirtschaftssoziologische Forschung und Lehre in Deutschland institutionell bündeln und den wissenschaftlichen Austausch in diesem Bereich befördern. Thematisch will die Sektion an internationale Entwicklungen in dem Forschungsfeld während der letzten zwanzig Jahre anschließen. Zugleich will sie zur stärkeren Sichtbarkeit in Deutschland betriebener wirtschaftssoziologischer Forschung beitragen.

Als ›neue Wirtschaftssoziologie‹ hat sich seit den 1980er Jahren in den USA ein eigenes Themenfeld etabliert, das - im Unterschied zu den Wirtschaftswissenschaften - ökonomisches Handeln als soziales Handeln versteht, das eingebettet in soziale Kontexte stattfindet. Mit Wurzeln in den Arbeiten der Klassiker (insbesondere Marx, Weber, Durkheim, Simmel, Parsons und Polanyi) untersuchen wirtschaftssoziologische Arbeiten ökonomische Prozesse und Strukturen, die Verbindungen und Interaktionen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft sowie die institutionellen und kulturellen Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns.

Die Weiterentwicklung zur ›neuen Wirtschaftssoziologie‹ basiert vor allem auf der starken Einbeziehung struktureller Analysen mit Hilfe der sozialen Netzwerkanalyse (Burt, Granovetter, White) und kultur- sowie organisationssoziologisch informierter institutioneller Ansätze (Carruthers, DiMaggio, Fligstein, Zelizer). Andere wichtige Weiterentwicklungen sind die Verbindungen zur politischen Ökonomie (Streeck, Trigilia) und zur historischen und vergleichenden Soziologie (Biggart, Dobbin).

Zunächst unabhängig von den Entwicklungen in den USA hat sich in Europa in der französischen Soziologie die ›Economie des conventions‹ als wichtige wirtschaftssoziologische Forschungsrichtung etabliert (Boltanski, Thévenot). In Auseinandersetzung mit Bourdieus wirtschaftssoziologischen Arbeiten untersuchen deren Vertreter die Rationalisierungen und Rechtfertigungen von Akteuren, sowie die Rolle von Konventionen, mit denen Handlungen, Akteure und Objekte bewertet und koordiniert werden sowie Ungewissheit handhabbar gemacht wird. Ausgehend von der Wissenschaftssoziologie hat sich in Deutschland, Frankreich und Großbritannien außerdem eine wissenssoziologisch informierte Finanzmarktsoziologie als weiterer innovativer Ansatz wirtschaftssoziologischer Forschung entwickelt.

Als bedeutendstes Unterthema der neuen Wirtschaftssoziologie hat sich die Soziologie des Marktes herausgebildet, die ihren Blick auf die strukturellen, institutionellen, politischen und kulturellen Grundlagen von Märkten aller Art richtet. Weitere bedeutende Themenfelder sind die Untersuchung von Geld und Konsum.

Weitere Informationen zur Sektion finden sich auf: wirtsoz-dgs.mpifg.de

Sprecher/innen und Mitglieder des Vorstands

Dr. Lisa Knoll (Sprecherin)

Universität Hamburg
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Fachbereich Sozialwissenschaften
Welckerstraße 8
D-20354 Hamburg 
Telefon: 040 42838 9795
E-Mail: lisa.knoll(at)uni-hamburg.de 

Prof. Dr. Andreas Langenohl

Justus-Liebig-Universität
Institut für Soziologie
Karl-Glöckner-Str. 21E
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-23300
E-Mail: Andreas.Langenohl(at)sowi.uni-giessen.de

Prof. Dr. Uwe Vormbusch

FernUniversität in Hagen
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Institut für Soziologie
58084 Hagen
Telefon: 02331 987-4741 
E-Mail: uwe.vormbusch(at)fernuni-hagen.de

Dr. Jan Sparsam

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Soziologie
Konradstr. 6
80801 München
Telefon: 089 2180-1288
E-Mail: jan.sparsam(at)soziologie.uni-muenchen.de