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Richard Münch erhält den Preis für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Der Bamberger Soziologe Richard Münch erhält den Preis für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS). Richard Münch ist eine unüberhörbare Stimme im wissenschaftlichen und öffentlichen Geschehen. Er setzt Akzente, indem er in seinen Arbeitsbereichen der soziologischen Theoriebildung, der historisch-vergleichenden Soziologie und der soziologischen Gegenwartsdiagnose kontinuierlich und exakt Gesellschaft und ihre Teilbereiche wissenschaftlich ausforscht und die Erkenntnisse mit großem Engagement publiziert.

Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit von Richard Münch, der 1945 geboren wurde, liegt in der historisch-vergleichenden Untersuchung des gesellschaftlichen Wandels. Nachdem er in seiner Dissertation und in seiner Habilitationsschrift Grundlagen der Handlungstheorie und der Gesellschaftstheorie weiterentwickelt hatte, zielte die weitere Theoriearbeit auf die breitere Erfassung der unterschiedlichen Theorieströmungen und ihres Beitrags zur Erklärung des menschlichen Handelns, der Ordnung und des Wandels der Gesellschaft.

Aufbauend auf den Arbeiten zur Gesellschaftstheorie hat Münch breit angelegte historisch-vergleichende Studien zur Entwicklung der modernen Gesellschaft durchgeführt. Im Anschluss daran hat er sich der Untersuchung des gesellschaftlichen Strukturwandels in der Gegenwart gewidmet. Dabei geht es einerseits um die Ursachen, Erscheinungsformen und Konsequenzen der globalen Ausdehnung, Verdichtung und Beschleunigung der Kommunikation, andererseits um den Strukturwandel von Identität, Solidarität und sozialer Integration in der Folge der Europäisierung und Globalisierung der Lebensverhältnisse.

In den letzten Jahren und in seinen aktuellen Forschungsarbeiten hat sich Richard Münch den Veränderungen der akademischen Wissenschaft und jüngst dem Bildungssystem im Kontext eines verschärften internationalen Wettbewerbs und einer zunehmenden Ökonomisierung gesellschaftlicher Teilbereiche zugewandt. Hier analysiert er, wie gesellschaftliche Wohlfahrt und freie Wissenschaft einem instrumentellen und von ökonomischen Interessen geleiteten Handeln unterworfen werden. Die Folgen sind verminderte Pluralität und Innovationskraft in den betroffenen gesellschaftlichen Feldern. Eben diesem Thema widmet er sich auch in seinem jüngst erschienen Buch ›Der bildungsindustrielle Komplex. Schule und Unterricht im Wettbewerbsstaat‹.

Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ehrt alle zwei Jahre herausragende Persönlichkeiten, die in besonderer Weise zur fachlichen Entwicklung der Soziologie beigetragen haben. In den Jahren zuvor erhielten den Lebenswerkspreis bereits international renommierte Soziologinnen und Soziologen wie Renate Mayntz, Zygmunt Bauman oder Thomas Luckmann.

Der Preis wird am Freitag, dem 28.9. auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Universität Göttingen vergeben. Die Laudatio hält Prof. Dr. Bettina Heintz (Universität Luzern). Nachfolgend wird Prof. Dr. Richard Münch die Abschlussvorlesung des Kongresses zum Thema ›Die Bildungswelt von McKinsey & Company: Globale und lokale Akteure in der Transformation von Schule und Unterricht‹ halten und damit zugleich sein neustes Buch präsentieren.

Die Veranstaltung beginnt um 12.30 Uhr auf dem Campus der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5, ZHG Raum 011.

Mehr Informationen rund um den Kongress sind unter www.kongress2018.soziologie.de zu finden.

Pressekontakt DGS

Dr. Sonja Schnitzler

Leitung
Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)
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