Aktuell

Aktuelle Entwicklungen der Netzwerkforschung und Computational Social Science

Deadline: 15. Januar 2021

Die Frühjahrstagung der Sektion für Soziologische Netzwerkforschung findet am 18. und 19. März 2021 ausgerichtet vom Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie der Bergischen Universität Wuppertal statt.

Organisation: Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an der Bergischen Universität Wuppertal (Mark Lutter, Jan Riebling, Nico Sonntag und Linus Weidner)

Keynote: Prof. Christoph Stadtfeld (ETH Zürich)

Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Exportschlager der Soziologie entwickelt. Neben den Sozialwissenschaften im engeren Sinne greifen auch zunehmend andere Wissenschaften wie die VWL, Geschichte oder Informatik auf Methoden und Theorien der Netzwerkforschung zurück. Die entsprechenden Schlagworte ›Computational Social Science‹ und ›Digital Humanities‹ sind allgegenwärtig. Die Konferenz der DGS Sektion ›Netzwerkforschung‹ möchte aktuelle Entwicklungen in theoretischer, methodischer und inhaltlicher Hinsicht widmen. Willkommen sind dabei Beiträge aus allen Wissenschaften, sofern sie sozialwissenschaftlich anschlussfähig sind.

Mögliche Aspekte beinhalten:

  • Die soziologische Netzwerktheorie benötigt zum besseren Verständnis komplexer Netzwerkdynamiken Weiterentwicklungen im Bereich formaler Modelle. Dabei kann es sich um klassische Modellbildung oder um Formalisierung mittels Simulationen handeln. Erwünscht sich insbesondere auch Beiträge zur Integration von Netzwerktheorie mit anderen Bereichen der Theoriebildung (z.B. Handlungstheorien) sowie Forschung, welche versucht, Modelle möglichst direkt empirisch zu prüfen.
  • Methodische Diskussionsbeiträge, beispielsweise zur Verbesserung der Datenqualität: Die Datenqualität von ›Big-Data-Analysen‹ in der Netzwerkforschung ist vielfach mit Vorsicht zu genießen. Etwa bleiben prozess-generierte Daten aus dem Internet auf die Gruppe der (sehr ungleich) aktiven Internet-Nutzer der jeweiligen Plattformen beschränkt. Und Kennzahlen von Interesse (wie Geschlecht, Alter, regionale und ethnische Herkunft, Bildungsgrad, Beruf usw.) lassen sich meist nur sehr unzuverlässig messen.
  • Welche Methoden und Ansätze aus anderen Disziplinen (z.B. maschinelles Lernen) werden in der Soziologie noch zu selten angewandt? Was können verschiedene Disziplinen voneinander lernen?
  • Welche Methoden und Ansätze aus anderen Disziplinen (z.B. maschinelles Lernen) werden in der Soziologie noch zu selten angewandt? Was können verschiedene Disziplinen voneinander lernen?
  • Eine andere Frage betrifft die Möglichkeit, Kausalität in Netzwerken nachzuweisen. Welche besonderen methodischen Herausforderungen bestehen und wie können diese gelöst werden?
  • Die Konferenz bietet auch die Möglichkeit, neu erschlossene Datenquellen und die Anwendung netzwerktheoretischer Perspektiven auf neue inhaltliche Felder zu diskutieren. Interdisziplinäre Beiträge aus Ökonomik, Anthropologie und Geschichtswissenschaft sind erwünscht.
  • Selbstverständlich ist die Konferenz offen für jedwede aktuellen inhaltlichen Forschungsbeiträge aus allen Bereichen der Netzwerkforschung.

Sofern die epidemische Situation es zulässt, soll die Tagung vor Ort am 18. und 19. März 2021 an der Bergischen Universität Wuppertal stattfinden. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir alternativ eine digitale Konferenz organisieren. Die endgültige Entscheidung über den Veranstaltungsmodus wird zeitnah erfolgen. In jedem Falle wird es eine Hybrid-Option geben. D.h., falls die Veranstaltung in Präsenz stattfindet, ist es für Vortragende oder Teilnehmer in jedem Falle möglich, rein digital teilzunehmen bzw. vorzutragen.

Wir freuen uns über aussagekräftige Abstracts für Vortragsvorschläge im Umfang von etwa einer Seite bis zum 15. Januar 2021 an sonntag(at)uni-wuppertal.de und lutter(at)uni-wuppertal.de