Meldungen des Vorstands

Antrittsbrief der DGS-Vorsitzenden Prof. Dr. Martina Löw

Liebe Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 

ich möchte mich ganz herzlich für das Vertrauen bedanken, dass Sie mir mit der Wahl zur Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Soziologie entgegengebracht haben. Ich habe das Amt mit Freuden angenommen und beginne nun zusammen mit einem hoch qualifiziert besetzten Vorstand, die Aufgaben in Angriff zu nehmen. Die Vorbereitung des 36. DGS-Kongress für Soziologie, welcher von den Kolleginnen und Kollegen der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund durchgeführt wird, laufen auf Hochtouren. Er wird vom 1. bis 5. Oktober 2012 stattfinden und steht unter dem Motto ›Vielfalt und Zusammenhalt‹. Zuvor freuen wir uns auf den dritten gemeinsamen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie zum Thema ›Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit‹ vom 29. September bis 1. Oktober 2011 Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Vom 6. bis 10. Oktober 2011 organisieren Studierende der Technischen Universität Berlin und der Humboldt Universität zu Berlin den dritten Studentischen Soziologiekongress mit dem Titel ›Komplexe neue Welt‹. Wie bereits 2007 in Halle und 2009 in München unterstützt und fördert die Deutsche Gesellschaft für Soziologie auch in diesem Jahr die fachliche Auseinandersetzung der Studierenden der Soziologie und der angrenzenden Disziplinen. 
Ich freue mich, dass Georg Vobruba weiterhin im Auftrag des Vorstandes und des Konzils die Herausgeberschaft für die Zeitschrift Soziologie übernimmt. Georg Vobruba gelingt es zusammen mit Sylke Nissen und Karin Lange stets ein aktuelles, informatives und Diskussionen anregendes Heft zu gestalten. Ich bin froh, dass der DGS diese Kompetenzen auch weiter erhalten bleiben. Die Sektionen hat in der letzten Periode Peter A. Berger begleitet. Er bleibt weiter der Ansprechpartner und sichert damit die Kontinuität im Gedankenaustausch. Das Ressort Lehre, Studium und Beruf übernimmt ein weiteres Mal Uwe Schimank. Er widmet sich jenem Thema, das derzeit am stärksten im Umbruch ist und deshalb kritisch begleitet werden muss. Öffentlichkeitsarbeit bleibt in der Hand von Ronald Hitzler. Die DGS ist heute mehr in der Öffentlichkeit sichtbar als je zuvor. In der letzten Phase der Vorstandsarbeit haben Ronald Hitzler und Dana Giesecke als Geschäftsführerin gemeinsam den Online-Shop eröffnet. Schauen Sie doch mal rein! Ich habe letztes Jahr mit großem Erfolg DGS-T-Shirts an mein Team verschenkt. T-Shirts mit Aufschriften wie ›Etablierte Außenseiterin‹ machen neugierig auf die Inhalte der Fachgesellschaft. Zwei neue Mitglieder haben Sie in den Vorstand gewählt. Wir freuen uns Sighard Neckel im Leitungsgremium begrüßen zu dürfen und danken ihm herzlich für die Bereitschaft, die Schatzmeisterei von Beate Krais zu übernehmen. Stephan Lessenich widmet sich im Vorstand einem immer wichtiger werdenden Feld: den internationalen Beziehungen. Wir bekommen zunehmend Anfragen von anderen Fachgesellschaften mit Kooperationsinteressen und Austauschwünschen. Die Internationalisierung des Faches nimmt immer deutlichere Züge an. Um die Bedeutung dieses Bereiches auch nach außen zu demonstrieren, wird Stephan Lessenich zugleich mein Stellvertreter. 
Auffällig wird, dass dieses Mal keine weiteren Frauen in den Vorstand gewählt wurden. Über die Gründe kann man an dieser Stelle nur spekulieren: Wählen Frauen nicht mehr politisch motiviert Kolleginnen? Wählen Männer immer noch weniger Frauen? Ist die Ökonomie der Aufmerksamkeit so organisiert, dass die männlichen Kollegen bekannter sind? Ist es ein Alterseffekt, dass die Mehrzahl der Professorinnen einer jüngeren Generation angehört und schlicht aufgrund der geringeren Anzahl an Jahren weniger bekannt ist? Oder genügt es, eine Vorsitzende zu wählen, um das Gefühl zu entwickeln, die Frauensache sei geklärt? Wir haben im Vorstand lange darüber diskutiert und werden die Entwicklung der Geschlechtergerechtigkeit in den Gremien in den nächsten Jahren weiter verfolgen. Was wir tun können, damit alle Kandidaten gleichermaßen bekannt sind, wenn eine Wahl ansteht, werden wir übernehmen: gute Steckbriefe z.B. und Sichtbarkeit auch jüngerer Kolleginnen in allen DGS-Initiativen über die gesamte Vorstandperiode verbessern. Ich würde mich freuen, wenn Sie den Vorstand dabei unterstützen würden: Bekanntheit kann man leicht fördern. 
Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Dana Giesecke als Geschäftsführerin die Gesellschaft zum 1. Juli 2011 verlässt. Sie hat sich entschieden, eine neue Aufgabe in Berlin anzunehmen, die ihr neue berufliche Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Aufstiegsmöglichkeiten kann es in einem Ein-Frauen-Betrieb namens Geschäftsstelle der DGS leider nicht geben. Ich möchte mich im Namen des Vorstands ganz herzlich bei Dana Giesecke für die geleistete Arbeit bedanken. Sie hat mit ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihrer Ausdauer sehr zur Professionalisierung der DGS beigetragen. Wir wünschen Ihr alles Gute für die Zukunft und sind nun sehr gespannt, wie die oder der neue Geschäftsführer/-in die DGS in Zukunft prägen wird. 
Eines wird sich nicht verändern: Die DGS bleibt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Wir danken Claus Leggewie, dass er durch die Integration der DGS in das KWI die Arbeit der Fachgesellschaft tatkräftig unterstützt. 
Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die den Zweck hat, soziologische Wissenschaft und Forschung zu fördern, soziologische Probleme zu erörtern, den Gedankenaustausch der Mitglieder zu fördern, an der Verbreitung und Vertiefung soziologischer Denkweisen mitzuwirken, sich an der Klärung von Fach- und Studienfragen der Soziologie zu beteiligen und die Beziehung zur Soziologie des Auslands zu pflegen. Von Hans-Georg Soeffner und Beate Krais, die nun den Vorstand verlassen haben, habe ich sehr viel über die Führung und Gestaltung einer Fachgesellschaft gelernt. Jede der genannten Aufgaben liegt mir gleichermaßen am 
Herzen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie – als Mitglieder der DGS – mich und uns unterstützen würden, indem Sie Kritik und Anregungen regelmäßig mitteilen und weiterhin über Projekte zur Verwirklichung der Ziele mit nachdenken. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich fände es großartig, wenn die DGS immer neue Formen der Reflektion und Diskussion, der Intervention und Förderung entwickeln würde, um Soziologie einmal mehr in ihrer Analysekraft zu zeigen. 

Herzliche Grüße, 
Ihre 

Martina Löw