Aus den Sektionen

Grenzsoziologie revisited. Gegenstandsbereiche, empirische Einsichten und theoretische Fundierungen

Sektionstagung der Kultursoziologie | 26.-27.02.2026
Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
Goethestraße 31, 45128 Essen | Gartensaal
Organisation: Annett Bochmann (Berlin), Ulla Connor (Saarbrücken), Dominik Gerst (Duisburg-Essen), Vivien Sommer (Erkner)

Grenzen stehen – nicht nur vor dem Hintergrund jüngster politischer Geschehnisse, wie der Wiedereinführung von Grenzkontrollen innerhalb der EU – im Zentrum aktueller Auseinandersetzungen. Während in öffentlichen Diskursen Grenzen meist als lineare, territorialpolitische Demarkation verhandelt werden, richtet die Forschung den Blick zunehmend auf die vielschichtigen sozialen, kulturellen und materiellen Beziehungen, in denen Grenzen entstehen, wirksam werden und transformiert werden. Trotz einer dynamischen, interdisziplinären Grenzforschung bleibt die Soziologie in dieser Debatte erstaunlich zurückhaltend. Die Tagung der Sektion Kultursoziologie knüpft an frühere Impulse einer Grenzsoziologie an und entwickelt sie weiter. Ziel ist es, ein erweitertes soziologisches Verständnis von Grenzen zu entwickeln, das politische Markierungen ebenso umfasst wie grenzhafte kulturelle Praktiken, soziale Differenzierungen, symbolische Ordnungen sowie Formen von Hybridität und Materialität. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Grenzen als kulturelle Formen, gesellschaftliche Wissensobjekte und emergente Praktiken produziert, verhandelt und transformiert werden. Dabei diskutiert die Tagung das Verhältnis von›border‹und›boundary making‹ reflektiert deren Verknüpfungen und Spannungen und versammelt theoretische, empirische und methodologische Beiträge, die neue Impulse für eine soziologisch fundierte Grenzforschung setzen. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung soll die Tagung die Gründung eines Arbeitskreises Grenzsoziologie innerhalb der DGS vorbereiten.