Portrait

Wir trauern um Saša Bosančić

Liebe Mitglieder und Interessent*innen der Arbeitsgruppe Subjektivierung / des Netzwerks Empirische Subjektivierungsforschung,

wir können es selbst kaum fassen, aber wir müssen Euch die traurige Nachricht überbringen, dass Saša Bosančić gestorben ist.

PD Dr. Saša Bosančić hat 2018 das Netzwerk Subjektivierungsforschung gemeinsam mit uns initiiert und mit viel Engagement und wachem Geist für gesellschaftskritische Fragestellungen aufgebaut. Seine langjährigen Arbeiten zur Wissenssoziologie, Diskursanalyse und interpretativen Subjektivierungsanalyse werden in der empirischen Subjektivierungsforschung fortwirken.

Saša war im Winter schwer erkrankt und hat das Frühjahr über mit uns die Arbeit im Netzwerk und an der Buchreihe fortgesetzt. Am Mittwoch, 14.7.2021, ist er viel zu früh verstorben. Wir hatten bis zuletzt zu ihm Kontakt und bleiben dennoch fassungslos zurück. Er wurde 43 Jahre alt. Sein kollegialer Rat, seine freundschaftliche Unterstützung, seine wissenschaftlichen Ideen und sein Witz werden uns – nicht nur im Netzwerk – sehr fehlen.

Lisa Pfahl, Lena Schürmann, Tina Spies und Boris Traue

 

 

Portrait der Arbeitsgruppe Subjektivierung

Die Gründung der Arbeitsgruppe trägt dem ›Boom‹ der empirischen Subjektivierungsforschung Rechnung, der sich seit einigen Jahren beobachten lässt. Ausgangspunkt der Subjektivierungsforschung bilden Michel Foucaults und Judith Butlers Überlegungen zur Subjektivierung, die in der empirischen Subjektivierungsforschung mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen, methodologischen Verortungen und methodischen Umsetzungen erforscht werden und den Zusammenhang von normativ-symbolischen Subjektordungen und den tatsächlichen Selbstverhältnissen, Selbstpraktiken und Biographien tatsächlich lebender und handelnder Menschen in den Blick nehmen. 

Die AG Subjektivierungsforschung ist in der Sektion Biographieforschung angesiedelt und wurde in Kooperation mit der Sektion Wissenssoziologie gegründet. Damit wird ein Schwerpunkt der empirischen Subjektivierungsforschung abgebildet, der in der Verknüpfung wissenssoziologisch diskurs- und biographieanalytischer Perspektiven besteht. Daneben bilden erziehungswissenschaftliche und praxistheoretische Ansätze weitere zentrale Programmatiken der Subjektivierungsforschung.

Die AG Subjektivierungsforschung organisiert zudem regelmäßige Netzwerktreffen, bei denen theoretische und methodologische Fragen ebenso im Zentrum stehen wie auch Diskussionen von Projekten und laufenden Promotionsvorhaben. 

Verantwortliche

Lisa Pfahl, Innsbruck

Tina Spies, Kiel

Saša Bosančić, Augsburg

Boris Traue, Esch-sur-Alzette

Lena Schürmann, Berlin

Kontakt, Hinweise auf Veranstaltungen, Publikationen etc. und Anmeldung zum Newsletter der AG: spies[at]gender.uni-kiel.de