Arbeitsgruppen in der Sektion

Arbeitsgruppen in der Sektion Migration und ethnische Minderheiten

Neben den regelmäßigen Sektionstagungen und anderen Veranstaltungen können Arbeitsgruppen neue Möglichkeiten schaffen, den Austausch zwischen Forschenden innerhalb der Sektion zu intensivieren. Sie sind daher  ausdrücklich willkommen.  Derzeit gibt es eine Arbeitsgruppe zum Thema Citizenship  (siehe unten). Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, wenden Sie sich bitte an Catharina Peeck-Ho. Wenn Sie Interesse an der Gründung einer eigenen Arbeitsgruppe haben, wenden Sie sich bitte an Johannes Becker.

AG-Citizenship
Die Arbeitsgruppe Citizenship befasst sich mit  Fragen bürgerschaftlicher Teilhabe in ihrem Verhältnis zu Staatsangehörigkeit und dem Zugang zu Rechten aus einer Perspektive, die Macht- und Herrschaftsverhältnisse kritisch in den Blick nimmt. In angloamerikanischen Debatten um Citizenship wird herausgestellt, dass ein soziologischer Zugang zum Thema sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass Praxen in den Mittelpunkt gestellt werden (Turner 1993), die potenziell Bürger*innen und nicht-Bürger*innen zugänglich ist (Isin and Nielsen 2008), jedoch in einer so engen Verbindung zur Staatsangehörigkeit stehen, dass diese letztlich eine entscheidende Rolle für den Zugang zu Rechten spielt (Arendt 2005 (1955), Turner 2006).

Zwei Perspektiven scheinen als Ausgangspunkt für eine Arbeitsgruppe besonders fruchtbar zu sein, die je nach Interessenlagen der beteiligten Wissenschaftler*innen erweitert werden können: Zum einen ist hier Engin Isins Konzept der acts of citizenship zu nennen, also performativen Akten, die darauf abzielen, die Bedingungen von Citizenship grundlegend zu verändern (Isin and Nielsen 2008). Sie spielen gerade im Kontext von Migration und gesellschaftlicher Diversität eine große Rolle. Zum anderen haben Beiträge aus dem Feld der Intersektionalitätsforschung (u.a. Werbner 2002, Yuval-Davis 2011) in den vergangenen Jahren gezeigt, inwieweit Citizenship mit sozialen Ungleichheiten verknüpft ist und wie sich im Zugang zu Rechten auch spezifische Ungleichheitskonstellationen zeigen. So haben u.a. die Black Lives Matter Proteste des Jahres 2020 erneut und prominent darauf aufmerksam gemacht, dass race, Klasse und Geschlecht nicht nur situativ spezifisch miteinander verbunden sind, sondern zudem eine bedeutende Rolle spielen, wenn es darum geht, Rechte in Anspruch nehmen zu können.

Aktuelle Themen, die hier eine Rolle spielen und im Rahmen der Arbeitsgruppe diskutiert werden könnten, sind u.a. Bordering (Balibar 2004, Yuval-Davis, Wemyss et al. 2019), soziale Pluralisierung im Kontext von Migration und Kämpfe um Zugehörigkeit (belonging) sowie Mitgliedschaftskonstellationen und damit verbundene Prozesse von Inklusion und Exklusion. Darüber hinaus sind auch zahlreiche weitere Felder im Kontext des Oberthemas denkbar und können, je nach Interessenlage der Mitglieder, eingebracht und diskutiert werden.

Aktuell aktive Mitglieder sind:

Kontakt: Catharina Peeck-Ho